Schöner streiten

Warum Konflikte kein Beziehungsversagen sind, sondern ein Ort von Wahrheit, Sehnsucht und Entwicklung

Paare streiten nicht, weil ihnen egal ist, was der andere denkt oder fühlt. Sie streiten, weil es ihnen eben nicht egal ist. Weil sie etwas wollen: Nähe, Verlässlichkeit, Resonanz, gesehen werden. Streit ist kein Zeichen mangelnder Liebe, sondern ein oft unbeholfener Versuch, mit den eigenen Bedürfnissen und Wünschen beim anderen anzukommen.

Und doch verfehlen viele Streits genau das, was sie eigentlich suchen. Statt Nähe entsteht Distanz. Statt Verständnis Eskalation. Zurück bleibt ein Gefühl von Erschöpfung, oder von Einsamkeit mitten in der Beziehung.

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Squirting bei Frauen: Was wirklich dahintersteckt

Squirting zählt bis heute zu den heiß diskutierten Phänomenen weiblicher Sexualität. Zwischen Mythen, Pornobildern und medizinischer Unwissenheit blieb lange unklar, was diese Flüssigkeit eigentlich ist, woher sie stammt und welche Bedeutung sie für das sexuelle Erleben hat. Die Forschung der letzten Jahre hat das Bild glücklicherweise präzisiert. Die Erkenntnisse wirken unspektakulär und gerade deshalb befreiend. Sie räumen mit vielen kulturellen Vorstellungen auf und schaffen Raum dafür, dass Frauen ihren Körper und ihre sexuelle Reaktion entspannter und selbstverständlicher erleben können.

Was wir heute wissen: Squirten meint das Ausstoßen größerer Flüssigkeitsmengen aus der Harnröhre während sexueller Erregung. Die wissenschaftliche Literatur unterscheidet heute sauberer zwischen zwei Formen: weibliche Ejakulation (female ejaculation) und Squirting (female expulsion). Das ist wichtig, weil beide oft miteinander verwechselt wurden.

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Erotische Fatigue

Wenn alles möglich ist, aber nichts mehr unter die Haut geht

Noch nie wurde so differenziert und zugleich so offen über Sexualität gesprochen. Noch nie war das Repertoire an Begriffen und Methoden so umfangreich, die Haltung so reflektiert, der Anspruch so hoch. Noch nie stand uns ein so reichhaltiges Vokabular für Lust, Konsens und Körperlichkeit zur Verfügung.

Wir haben uns von den schamhaften Flüstertönen der Vergangenheit zu einer aufgeklärten Gesellschaft entwickelt, die ein buntes, vielfältiges, neonleuchtendes Vokabular der Sexualität – oder besser: der Sexualitäten – geschaffen hat. In Podcasts, Instagram-Reels und auf Panels wird gesprochen, analysiert, diskutiert. Und die Namen vieler Workshops in diesem Bereich klingen wie Cocktails in einer hippen Bar: Feuer der Lust – das Extase-Retreat, Kinky-Kuss-Workshop, Wheel-of-Konsent-Training, Yoni-Watching, Conscious-Tempelnight.

Ja, diese Entwicklung ist ein Geschenk. Sie befreit uns vom Schweigen und vom Tabu. Sie öffnet Räume, in denen Menschen sich ausdrücken, ihre Grenzen benennen und ihre Sehnsüchte teilen können. Ich erlebe in meiner Praxis immer wieder, wie transformierend es sein kann, endlich Worte zu finden für etwas, das lange nur als diffuses Gefühl existierte. Sprache schafft Bewusstsein und aus Bewusstsein entsteht Klarheit. Doch Sprache und die damit einhergehende Deutlichkeit können dem Sex auch seine Magie nehmen. Das Mysterium, das ihm innewohnt, kann durch zu viele Worte, zu viel Bewusstsein überlagert werden.

So spüre ich in meiner Arbeit mit Paaren und Einzelnen eine leise Verschiebung. Neben der neu gewonnenen Freiheit taucht eine andere Erfahrung auf: eine Form von Müdigkeit, die sich schwer greifen lässt. Menschen sagen: „Wir machen doch alles richtig, und doch fühlt es sich nicht wirklich lebendig an.“ Oder: „Ich weiß so viel über Sexualität – und doch spüre ich so wenig.“

Diese Erfahrungen beschreiben, was ich Erotische Fatigue nenne: eine Erschöpfung, die nicht aus Mangel entsteht, sondern aus Überfülle.

Diesen Beitrag findet ihr in voller Länge auf sexuellekultur.com

„Himmel über der Wüste“ – Begehren zwischen Sehnsucht und Intimität

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Das Spiel der Spiele

Ein Lächeln kann die verführerischste Sache der Welt sein. Blicke, Handbewegungen, Körperformen oder auch nur ein Wort oder Satz.

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Ihr sexuelles Tattoo

Deine und meine Wahrheit und…

Es ist interessanter und prickelnder, mit anderen Wahrheiten in den Dialog zu treten. Außer, wir ziehen es vor, in unserer Bubble zu verharren.