Eine Tablette, eine Erektion, ein gelöstes Problem? So einfach ist es selten.
Viagra ist vermutlich das bekannteste Medikament gegen Erektionsstörungen. Sein Name ist längst Teil der Alltagssprache geworden und steht häufig stellvertretend für eine ganze Gruppe von Erektionsmedikamenten. Der eigentliche Wirkstoff heißt Sildenafil. Daneben gibt es weitere Wirkstoffe wie Tadalafil, Vardenafil und Avanafil, die nach einem ähnlichen Prinzip wirken, sich jedoch unter anderem darin unterscheiden, wie schnell ihre Wirkung einsetzt und wie lange sie anhält.
In meiner sexologischen Praxis erlebe ich immer wieder, wie stark sich das sexuelle Geschehen auf die Frage zuspitzen kann, ob der Penis ausreichend steif wird und die Erektion erhalten bleibt. Das ist verständlich, besonders dann, wenn Erektionsschwierigkeiten wiederholt auftreten und sich Unsicherheit, Scham oder Leistungsdruck entwickeln. Dennoch greift eine rein funktionale Betrachtung oft zu kurz.
Eine Erektion ist nicht dasselbe wie Lust, Begehren, körperliche Erregung oder sexuelles Wohlbefinden. Genau diese Unterscheidung ist für einen differenzierten Umgang mit Viagra und anderen Erektionsmedikamenten wesentlich.
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