Das Vergänglich-Ewigste

Über Eros, Begehren und Lebendigkeit

Als Sexologin bin ich in meiner Praxis permanent mit zwei Polen konfrontiert: Bindung und Freiheit. Nähe und Distanz. Halten und Loslassen. Menschen wünschen sich Verlässlichkeit und zugleich Lebendigkeit, Sicherheit und zugleich Sehnsucht, ein vertrautes Gegenüber und dennoch auch jemanden, der sie überrascht. Wir möchten uns hingeben und zugleich unsere Autonomie bewahren. Wir sehnen uns nach Nähe und spüren manchmal, dass gerade zu viel Nähe der Liebe die Luft zum Atmen nimmt. Hinter vielen dieser scheinbaren Widersprüche lässt sich, wenn man so will, ein noch grundlegenderes Spannungsverhältnis erkennen, das Philosophie, Mythologie und Psychoanalyse seit Jahrhunderten beschäftigt: Eros und Thanatos, Leben und Tod, Verbindung und Auflösung. Häufig werden sie als große Antagonisten dargestellt. Eros verbindet, Thanatos trennt. Eros bringt hervor, Thanatos beendet. Eros begehrt, Thanatos schweigt. Doch bei genauerem Hinsehen sind sie keine bloßen Gegenspieler. Vielmehr markieren sie zwei Kräfte, zwischen denen menschliche Existenz stattfindet. Wir verbinden uns, ohne ganz ineinander aufzugehen. Wir halten fest und müssen doch auch loslassen können. Vielleicht lässt sich sogar sagen, dass Lebendigkeit gerade aus dieser Spannung hervorgeht. In diesem Text möchte ich diesem Spannungsfeld nachspüren.

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Erotische Finesse

Liebe und Astrologie

Unter welchem Stern lieben Sie?

Orientieren Sie sich bei der Partnerwahl bisweilen an Sternzeichen? Waren Sie schon einmal kurz verunsichert, weil „Jungfrau und Widder als Paar ja schwierig sein sollen“, oder haben Sie vielleicht innerlich aufgeatmet, weil astrologisch alles feinstens zu passen schien? Astrologie ist, wie auch andere Formen des Aberglaubens, tief in das Gewebe unseres Alltags eingewoben und durchzieht auch unser Liebesleben. Sie wirkt, oft subtil, in die Art hinein, wie wir über Anziehung, Konflikte und Nähe sprechen und welche Vorstellungen wir davon entwickeln, wer zu wem passt und wie jemand verführt werden will. Manche Menschen gehen mit einem Augenzwinkern damit um, andere mit erstaunlicher Ernsthaftigkeit.

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Warum habe ich keine Lust mehr auf Sex?

Was hinter sexueller Unlust stecken kann

„Früher hatten wir ein erfülltes Sexualleben. Und irgendwann war plötzlich keine Lust mehr auf Sex da.“

Mit diesem Satz beginnen erstaunlich viele Gespräche in meiner sexologischen Praxis. Manche Menschen erzählen schüchtern davon, andere mit spürbarer Frustration. Oft steht dahinter die Sorge, dass mit ihnen oder mit ihrer Beziehung etwas nicht mehr stimmt.

Doch sexuelle Unlust ist kein seltenes oder ungewöhnliches Phänomen. In vielen Beziehungen verändert sich das sexuelle Verlangen im Laufe der Zeit. Lust ist selten ein stabiler Zustand. Sie reagiert empfindlich auf Lebensumstände, Beziehungsklima und innere Prozesse. Gerade deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

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Erotische Fatigue

Wenn alles möglich ist, aber nichts mehr unter die Haut geht

Noch nie wurde so differenziert und zugleich so offen über Sexualität gesprochen. Noch nie war das Repertoire an Begriffen und Methoden so umfangreich, die Haltung so reflektiert, der Anspruch so hoch. Noch nie stand uns ein so reichhaltiges Vokabular für Lust, Konsens und Körperlichkeit zur Verfügung.

Wir haben uns von den schamhaften Flüstertönen der Vergangenheit zu einer aufgeklärten Gesellschaft entwickelt, die ein buntes, vielfältiges, neonleuchtendes Vokabular der Sexualität – oder besser: der Sexualitäten – geschaffen hat. In Podcasts, Instagram-Reels und auf Panels wird gesprochen, analysiert, diskutiert. Und die Namen vieler Workshops in diesem Bereich klingen wie Cocktails in einer hippen Bar: Feuer der Lust – das Extase-Retreat, Kinky-Kuss-Workshop, Wheel-of-Konsent-Training, Yoni-Watching, Conscious-Tempelnight.

Ja, diese Entwicklung ist ein Geschenk. Sie befreit uns vom Schweigen und vom Tabu. Sie öffnet Räume, in denen Menschen sich ausdrücken, ihre Grenzen benennen und ihre Sehnsüchte teilen können. Ich erlebe in meiner Praxis immer wieder, wie transformierend es sein kann, endlich Worte zu finden für etwas, das lange nur als diffuses Gefühl existierte. Sprache schafft Bewusstsein und aus Bewusstsein entsteht Klarheit. Doch Sprache und die damit einhergehende Deutlichkeit können dem Sex auch seine Magie nehmen. Das Mysterium, das ihm innewohnt, kann durch zu viele Worte, zu viel Bewusstsein überlagert werden.

So spüre ich in meiner Arbeit mit Paaren und Einzelnen eine leise Verschiebung. Neben der neu gewonnenen Freiheit taucht eine andere Erfahrung auf: eine Form von Müdigkeit, die sich schwer greifen lässt. Menschen sagen: „Wir machen doch alles richtig, und doch fühlt es sich nicht wirklich lebendig an.“ Oder: „Ich weiß so viel über Sexualität – und doch spüre ich so wenig.“

Diese Erfahrungen beschreiben, was ich Erotische Fatigue nenne: eine Erschöpfung, die nicht aus Mangel entsteht, sondern aus Überfülle.

Diesen Beitrag findet ihr in voller Länge auf sexuellekultur.com

Pornosucht – Wenn der Konsum zur Belastung wird

Zwischen Genuss und Zwang – Was bedeutet Pornosucht?

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Sexuelle Anziehung

Warum wir begehren, was wir begehren, und was sich daran verändern kann

Sexuelle Anziehung gehört zu den rätselhaftesten Erfahrungen menschlicher Beziehungen. Manche Menschen ziehen uns sofort in ihren Bann, andere lassen uns vollkommen unberührt. Manchmal genügt eine Stimme, ein Blick, eine bestimmte Art sich zu bewegen. Manchmal entsteht Anziehung erst mit Nähe, Vertrauen oder einer besonderen Dynamik zwischen zwei Menschen.

Warum wir jemanden erotisch anziehend finden, lässt sich deshalb kaum auf einen einzelnen Faktor zurückführen. Körperliche Merkmale können eine Rolle spielen, ebenso Geruch, Stimme, Bewegung, Fantasie, Beziehungserfahrungen, kulturelle Vorstellungen und die eigene sexuelle Biografie. Auch die Situation selbst kann entscheidend sein. Ein und derselbe Mensch kann uns in einem bestimmten Moment sehr anziehen und in einem anderen kaum.

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