In meiner sexologischen Praxis spielt die erotische Finesse des Menschen eine besondere Rolle.
Paare können einander lieben und dennoch unsicher oder ungeschickt sein, wenn sie versuchen, sich erotisch zu begegnen. Auch körperliche Erregung allein garantiert noch keine knisternde erotische Begegnung.
Als Sexologin spreche ich daher gerne über „erotische Finesse“. Damit meine ich, ein Gespür für die Feinheiten des eigenen erotischen Erlebens zu entwickeln und dieses bewusst gestalten zu können. Körperliche Erregung, sinnlicher Genuss und erotische Anziehung können zusammenspielen, werden aber nicht immer zeitgleich erlebt. Und müssen es auch gar nicht.
Was macht eine Berührung reizvoll, eine Begegnung spannend, eine Fantasie anziehend? Aufmerksamkeit, Tempo, Nähe und Abstand können ebenso eine Rolle spielen wie die Bedeutungen, die wir Dingen, Situationen oder Körpern geben. Dabei lohnt es sich, die eigene erotische Sprache zu ergründen: Welche Worte, Gesten und Szenen sprechen mich an? Welchen Spielraum wünsche ich mir?
Die eigene Sexualität als etwas Gestaltbares zu begreifen, eröffnet Möglichkeiten. Erotische Finesse ist wie eine feine Kunst, die durch Aufmerksamkeit, Erfahrung und Experimentierfreude wachsen kann.
Sich mit der eigenen Erotik zu beschäftigen, kann darüber hinaus zutiefst belebend sein. In ihr begegnen wir unseren Sehnsüchten und unserer Vorstellungskraft, unserem ganz eigenen Imaginarium aus Bildern, Fantasien und Szenerien. In der Berührung mit unserer Erotik können wir auch unser Gefühl von Lebendigkeit nähren.
In meiner Arbeit begleite ich Menschen darin, sich diese Dimension zu erschließen, ohne Leistungsdruck und ohne vorgegebenes Ideal. Erotische Finesse geht mit erotischer Bildung einher. In der sexologischen Praxis eröffne ich meinen Klienten die Möglichkeiten, das eigene erotische Erleben besser zu verstehen. Dazu gehören Erkunden, Spüren, Ausprobieren und Reflektieren, manchmal auch das Hinterfragen vertrauter Muster und das Entdecken neuer Möglichkeiten.
Liebe und Astrologie
Unter welchem Stern lieben Sie?
Warum wir lieber in die Sterne schauen als in die Augen des anderen – und was uns dabei entgeht
Orientieren Sie sich bei der Partnerwahl bisweilen an Sternzeichen? Waren Sie schon einmal kurz verunsichert, weil „Jungfrau und Widder als Paar ja schwierig sein sollen“, oder haben Sie vielleicht innerlich aufgeatmet, weil astrologisch alles feinstens zu passen schien? Astrologie ist, wie auch andere Formen des Aberglaubens, tief in das Gewebe unseres Alltags eingewoben und durchzieht auch unser Liebesleben. Sie wirkt, oft subtil, in die Art hinein, wie wir über Anziehung, Konflikte und Nähe sprechen und welche Vorstellungen wir davon entwickeln, wer zu wem passt und wie jemand verführt werden will. Manche Menschen gehen mit einem Augenzwinkern damit um, andere mit erstaunlicher Ernsthaftigkeit.
„Liebe und Astrologie“ weiterlesenWarum habe ich keine Lust mehr auf Sex?
Was hinter sexueller Unlust stecken kann
„Früher hatten wir ein erfülltes Sexualleben. Und irgendwann war plötzlich keine Lust mehr auf Sex da.“
Mit diesem Satz beginnen erstaunlich viele Gespräche in meiner sexologischen Praxis. Manche Menschen erzählen schüchtern davon, andere mit spürbarer Frustration. Oft steht dahinter die Sorge, dass mit ihnen oder mit ihrer Beziehung etwas nicht mehr stimmt.
Doch sexuelle Unlust ist kein seltenes oder ungewöhnliches Phänomen. In vielen Beziehungen verändert sich das sexuelle Verlangen im Laufe der Zeit. Lust ist selten ein stabiler Zustand. Sie reagiert empfindlich auf Lebensumstände, Beziehungsklima und innere Prozesse. Gerade deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
„Warum habe ich keine Lust mehr auf Sex?“ weiterlesenSchöner streiten
Konflikte in der Beziehung gelten oft als schlechtes Zeichen. Viele Paare glauben, Harmonie sei der Beweis für Liebe. Doch Streit gehört zu jeder lebendigen Beziehung. Entscheidend ist nicht, ob Paare streiten, sondern wie sie streiten.
Paare streiten nicht, weil ihnen egal ist, was der andere denkt oder fühlt. Sie streiten, weil es ihnen eben nicht egal ist. Weil sie etwas wollen: Nähe, Verlässlichkeit, Resonanz, gesehen werden. Streit ist kein Zeichen mangelnder Liebe, sondern ein oft unbeholfener Versuch, mit den eigenen Bedürfnissen und Wünschen beim anderen anzukommen.
Und doch verfehlen viele Streits genau das, was sie eigentlich suchen. Statt Nähe entsteht Distanz. Statt Verständnis Eskalation. Zurück bleibt ein Gefühl von Erschöpfung, oder von Einsamkeit mitten in der Beziehung.
„Schöner streiten“ weiterlesenSexuelle Anziehung
Warum wir begehren, was wir begehren, und was sich daran verändern kann
Sexuelle Anziehung gehört zu den rätselhaftesten Erfahrungen menschlicher Beziehungen. Manche Menschen ziehen uns sofort in ihren Bann, andere lassen uns vollkommen unberührt. Manchmal genügt eine Stimme, ein Blick, eine bestimmte Art sich zu bewegen. Manchmal entsteht Anziehung erst mit Nähe, Vertrauen oder einer besonderen Dynamik zwischen zwei Menschen.
Warum wir jemanden erotisch anziehend finden, lässt sich deshalb kaum auf einen einzelnen Faktor zurückführen. Körperliche Merkmale können eine Rolle spielen, ebenso Geruch, Stimme, Bewegung, Fantasie, Beziehungserfahrungen, kulturelle Vorstellungen und die eigene sexuelle Biografie. Auch die Situation selbst kann entscheidend sein. Ein und derselbe Mensch kann uns in einem bestimmten Moment sehr anziehen und in einem anderen kaum.
„Sexuelle Anziehung“ weiterlesen